Geographische, historische und kulturelle Daten zu Jima:


1. Geographische Daten

Die Pfarrei Jima liegt im Süden Ecuadors, in der Provinz Azuay, etwa 48 km südöstlich von Cuenca. Sie gehört zur Region Sigsig. Jima ist in diesem Gebiet der Eingang zur Amazonasregion. Auf 204 km2 erstrecken sich Weiden mit üppiger Vegetation und Flächen mit vielfältigem Anbau zwischen Bergen und schönen Aussichtspunkten. Einer von ihnen ist der Zimazuhma. Der Fluss Moya, der in der Ostkordillere des Moriré entspringt, quert das Gemeindegebiet mit kristallklarem Wasser. Der Ort Jima befindet sich auf einer Höhe von 2.760 m. Es herrscht eine Jahresdurchschnittstemperatur von 14°C. Das Klima ist sehr angenehm. Die geographischen Koordinaten von Jima sind : 78° 59' westliche Länge und 3° 47' südliche Breite. Gegenwärtig (Stand: Januar 2006) hat Jima 3.226 Einwohner, die sich auf ca. 20 Gemeindebereiche verteilen.


Karte Ecuador

Karte der Provinz Azuay

2. Geschichtliche Daten:

Den Ursprung des Namens Jima glaubt man auf den reichhaltigen Anbau der Maisart "zhima" zurückführen zu können. Bei Ankunft der Spanier wurde das Wort "zhima" in "Xima" umgewandelt. Im Laufe der Zeit änderte sich die Schreibweise auf Jima bzw. Gima. Die Ureinwohner der Pfarrei waren cañarischer Abstammung. Sie sind bei der Inkaeroberung nach Osten geflohen, um nicht unterworfen zu werden. Später hat der im Amazonasbecken lebende Einheimischenstamm der Jíbaros sie zur Rückkehr veranlasst. Am 12. November 1820 hat die Diözese Cuenca Jima zur Pfarrei erhoben. Bis zum Jahr 1821 war der erste Priester Fray Rudesindo Aguilar Cubillos. Dieser 12. November wird alljährlich mit Schülerparaden und Festsitzungen gefeiert, an denen örtliche, Provinz- und Nationalbehörden teilnehmen.


3. Kulturelle Daten:

Die ersten Bewohner sprachen Quichua-Cañari. Diese Sprache behauptete sich bis etwa 1970. Heute wird sie nur noch im Gemeindebereich von Guno gesprochen. In den übrigen Gebieten spricht man spanisch. Das Material der Kleidung und der Trachten hat sich im Laufe der Zeit von anfänglich dunkler, derber Schafwolle zu feiner farbiger Wolle gewandelt. Die Ernährung basiert auf den Erzeugnissen der Region: Mais, Gerstenreis, Kartoffeln mit Käse und cuy (eine Art von Meerschweinchen). Auf dem Erziehungssektor kann Jima auf eine 115 Jahre alte Geschichte zurückblicken. Zum Pfarrzentrum von Jima gehörte die gemischt staatliche Schule "Remigio Estévez de Total". Bevor sie 1895 verstaatlich wurde gab es eine Schule für Knaben und eine für Mädchen. Im Verlauf der Geschichte musste die Schule für Mädchen geschlossen werden, da es zu wenig Schülerinnen gab. In dieser Zeit schätzte man es nicht, wenn Mädchen länger als bis zur zweiten Klassen zur Schule gingen. So wurde aus den beiden Schulen eine gemischte Schule. Anfänglich fand der Unterricht für die Dauer von vielen Jahren in einigen Privathäusern statt, bevor man in das damalige Rathaus umziehen konnte. Im Jahre 1960 ist dieses Rathaus aber eingestürzt und man musste andere Gebäude anmieten. Zu diesem Zeitpunkt setzte sich der damalige Leiter der Schule Professor Florencio Wazhima Chávez zusammen mit dem Komitee der Eltern und mit einigen anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dafür ein, ein im Besitz der Kurie von Cuenca befindliches Grundstück zu erwerben. Dies gelang allen Beteiligten zusammen mit dem Provinzgouverneur gegen den Widerstand des damaligen Ortspfarrers. Mit der Unterstützung aller Familien wurden zwei Pavillons für 3 Klassenzimmer gebaut - räumlich modern und ausreichend für die Bedürfnisse der damaligen Zeit. Im Laufe der Zeit ist die Zahl der Schüler beträchtlich angestiegen. Augenblicklich sind es 350 Schüler und Schülerinnen, betreut von 11 Lehrern.

Nicht allein wegen der gestiegenen Schülerzahl, sondern auch deshalb, weil die Schüler und Schülerinnen ein Anrecht darauf haben, auf dem Niveau der heutigen Pädagogik unterrichtet zu werden, besteht die dringende Notwendigkeit, die Einrichtungen der Schule den erforderlichen Notwendigkeiten anzupassen.